Der Wärmeplan von Herzberg (Elster) – einfach erklärt
Kurz gesagt: Herzberg (Elster) hat seinen Wärmeplan schon fertig. Für sieben Gebiete in der Kernstadt wird ein Wärmenetz geprüft. Für die übrigen Häuser – und damit für fast alle Ortsteile – sieht der Plan eine eigene Heizung im Haus vor. Pflichten für Sie entstehen aus dem Plan nicht.
Stand: · Alle Angaben mit Quellen

Was ist der Wärmeplan?
Der Wärmeplan ist eine Studie der Stadt. Er zeigt, wie Herzberg bis 2045 ohne Öl und Gas heizen kann. Erstellt wurde er von Januar 2024 bis Juni 2025 mit Hilfe der Mobilitätswerk GmbH aus Dresden. Der Bund hat ihn über die Nationale Klimaschutzinitiative gefördert.[4] Der Abschlussbericht ist von Juni 2025.[1]
Auf der Projektseite finden Sie den Bericht, eine interaktive Karte („Digitaler Zwilling“) und Informationen zur Bürgerveranstaltung vom 25.03.2025.[3]
Muss ich jetzt etwas tun?
Nein. Die Stadt stellt auf der Projektseite klar:[2]
- Der Wärmeplan ist nicht verbindlich.
- Es gibt keine Pflicht, sich an ein Wärmenetz anzuschließen. Eine solche Pflicht könnte nur eine eigene Satzung der Stadtverordneten später einführen.
- Bestehende Gasanschlüsse werden durch den Plan nicht abgeschaltet.
Der Plan muss mindestens alle fünf Jahre überprüft werden.[1]
Die sieben Fokusgebiete
In diesen Gebieten der Kernstadt kommt ein Wärmenetz infrage. Der Plan nennt dafür die Stützjahre 2030, 2035 und 2040.[1]
| Fokusgebiet | Gebäude | Einschätzung im Plan |
|---|---|---|
| Herzberg-Zentrum-Nord | 506 | sehr wahrscheinlich Wärmenetz, ab 2030 |
| Herzberg-Altstadt | 503 | sehr wahrscheinlich Wärmenetz, ab 2035 |
| Falkenberger Straße | 307 | wahrscheinlich Wärmenetz (Zeitpunkt siehe unten) |
| An den Steinenden (Gewerbe) | 49 | wahrscheinlich Wärmenetz (Zeitpunkt siehe unten) |
| Grochwitzer Linse | 51 | Wärmenetz, ab 2035 |
| Radelandweg | 214 | Prüfgebiet |
| Alt Herzberg-Neunaundorf | 156 | Prüfgebiet |
Quelle: Steckbriefe und Gebietseinteilung im Wärmeplan.[1]
Hinweis zu den Jahreszahlen: Für die Falkenberger Straße und An den Steinenden nennt die Liste im Bericht 2030. In den Steckbriefen derselben Gebiete steht „Ausweisung ab 2035“. Wir geben beide Angaben wieder, weil der Bericht selbst nicht eindeutig ist.[1]
Was die Steckbriefe besonders sagen
- Zentrum-Nord: Schon heute hängen 10 % der Gebäude am Wärmenetz, vor allem Wohnblöcke. Der Plan empfiehlt eine Machbarkeitsprüfung mit envia THERM für einen Ausbau.[1]
- Altstadt: Die Altstadt steht als Flächendenkmal unter Denkmalschutz. Dämmen ist nur eingeschränkt möglich. Auch Vorgaben zum Lärmschutz könnten Wärmepumpen dort erschweren. Der Plan hält ein Wärmenetz deshalb oft für die einzige praktikable Lösung.[1]
- Falkenberger Straße: Entlang der Straße stehen viele Wohnblöcke. Abseits davon wird die Lage für ein Netz deutlich schlechter.[1]
- Alt Herzberg-Neunaundorf: Eine Biogasanlage versorgt dort schon ein Gebäudenetz.[1]
Und alle anderen Häuser?
Von den 4.763 beheizten Gebäuden der Stadt liegen 62,5 % außerhalb der Fokusgebiete. Für sie sieht der Plan eine dezentrale Versorgung vor, also eine eigene Heizung im Haus.[1] Das betrifft auch die Ortsteile wie Züllsdorf, Gräfendorf, Buckau oder Osteroda.
Für diese Häuser ist die Wärmepumpe meist die naheliegende Lösung. Im Szenario mit Wärmenetzen heizen 2045 laut Plan 58,6 % aller Gebäude mit Wärmepumpe.[1] Eine Machbarkeitsstudie für ein Biogas-Wärmenetz in Gräfendorf kam zu dem Ergebnis, dass es derzeit nicht wirtschaftlich ist, unter anderem wegen zu weniger Anschlüsse.[1]
Was bedeutet das für Ihre Entscheidung?
- Sie wohnen außerhalb der Fokusgebiete: Auf ein Wärmenetz sollten Sie nicht warten. Planen Sie die eigene Heizung. Siehe Altbau in Herzberg.
- Sie wohnen in einem Fokusgebiet: Ein Netz ist möglich, aber noch nicht beschlossen. Für die Altstadt gibt es laut Plan noch keine konkreten Ausbaupläne von envia THERM.[1] Fragen Sie nach, bevor Sie sich festlegen. Siehe Fernwärme oder Wärmepumpe?
- Ihre Heizung ist kaputt: Dann zählt die Gegenwart. Eine Wärmepumpe ist auch in einem Fokusgebiet möglich. Was das Gebäudemodernisierungsgesetz für neue Öl- und Gasheizungen verlangt, steht im Leitfaden zum Heizungsgesetz.
Ihre Fragen zum Wärmeplan können Sie direkt an das Klimaschutzmanagement der Stadt richten: klimaschutz@stadt-herzberg.de.[2]
Häufige Fragen
Wird mein Gasanschluss abgestellt?
Nein, nicht durch den Wärmeplan.[2] Gas gibt es in Herzberg ohnehin nur in der Kernstadt, in Borken, Frauenhorst und Neunaundorf.[1]
Muss ich mich an die Fernwärme anschließen?
Nein. Der Plan selbst schreibt keinen Anschluss vor.[2]
Wo sehe ich, ob mein Haus in einem Fokusgebiet liegt?
In der interaktiven Karte auf der Projektseite der Stadt.[3]
Wer betreibt die Fernwärme in Herzberg?
Die envia THERM GmbH. Ihr Netz ist rund 5 km lang und versorgt 42 Gebäude, vor allem Wohnblöcke.[1]