Wärmepumpe Herzberg & Elbe-Elster

§ 14a bei MITNETZ: welches Modul passt zu Ihrer Wärmepumpe?

Kurz gesagt: Modul 1 ist ein fester Rabatt von 136,31 € im Jahr. Modul 2 senkt den Arbeitspreis für den Wärmepumpenstrom, braucht aber einen zweiten Zähler. Nach unserer Beispielrechnung lohnt sich Modul 2 ab etwa 3.000 kWh Wärmepumpenstrom im Jahr – wenn die Kosten für den zweiten Zähler nicht zu hoch sind.

Stand: · Alle Angaben mit Quellen

Steuerbox auf der Hutschiene im Zählerschrank – Steuerung der Wärmepumpe nach § 14a EnWG
Symbolbild (KI-generiert)

Worum geht es?

Hat Ihre Wärmepumpe über 4,2 kW Leistung, fällt sie unter § 14a des Energiewirtschaftsgesetzes. MITNETZ darf die Leistung im Notfall kurz drosseln. Dafür zahlen Sie weniger Netzentgelt.[5][7] Das Netzentgelt ist ein Teil Ihres Strompreises. Ihr Stromlieferant gibt es an Sie weiter.

Das Modul wählen Sie bei der Anmeldung der Wärmepumpe.[7] Wählen Sie keins, gilt Modul 1.[5]

Die drei Module nach § 14a im MITNETZ-Netz 2026 (Quelle: MITNETZ-Preisblatt 2026)
Die drei Module nach § 14a im MITNETZ-Netz 2026 (Quelle: MITNETZ-Preisblatt 2026)

Die Preise 2026 im MITNETZ-Netz

Alle Werte stammen aus dem MITNETZ-Preisblatt, gültig ab 01.01.2026. Brutto heißt hier: inklusive 19 % Umsatzsteuer.[5]

netto brutto
Normales Netzentgelt Haushalt: Arbeitspreis 6,31 ct/kWh 7,51 ct/kWh
Normales Netzentgelt Haushalt: Grundpreis 73,00 €/Jahr 86,87 €/Jahr
Modul 1: Rabatt pro Jahr 114,55 € 136,31 €
Modul 2: Arbeitspreis Wärmepumpe 2,52 ct/kWh 3,00 ct/kWh
Modul 3 Niedrigtarif (nur Jan.–März, Okt.–Dez.) 0,69 ct/kWh 0,82 ct/kWh
Modul 3 Hochtarif (nur Jan.–März, Okt.–Dez.) 12,62 ct/kWh 15,02 ct/kWh

Modul 1: fester Rabatt

  • Sie behalten Ihren normalen Zähler. Wärmepumpe und Haushalt laufen über einen Zähler.
  • Sie bekommen pauschal 136,31 € brutto pro Jahr gutgeschrieben. Der Betrag setzt sich laut MITNETZ aus 80 € und einer Stabilitätsprämie zusammen. Das Netzentgelt kann dabei nicht unter null fallen.[5]

Modul 2: günstiger Arbeitspreis

  • Die Wärmepumpe braucht einen eigenen Zähler.[5]
  • Für jede Kilowattstunde der Wärmepumpe zahlen Sie 3,00 ct statt 7,51 ct Netzentgelt (brutto).[5]

Modul 3: zeitabhängig, nur zusätzlich zu Modul 1

  • Gibt es nur zusammen mit Modul 1 und nur mit intelligentem Messsystem.[5]
  • Die Zeiten gelten nur im 1. und 4. Quartal. Von April bis September gilt den ganzen Tag der normale Preis.[5]
Stufe Uhrzeit (Jan.–März, Okt.–Dez.) brutto
Niedrig 0–3 Uhr und 19–24 Uhr 0,82 ct/kWh
Standard 3–8 Uhr und 12–17 Uhr 7,51 ct/kWh
Hoch 8–12 Uhr und 17–19 Uhr 15,02 ct/kWh

Beispielrechnung: Modul 1 oder Modul 2?

Wir rechnen nur mit dem Netzentgelt für den Wärmepumpenstrom, brutto, Preise 2026. Grundpreis und Haushaltsstrom lassen wir hier weg; der Stromkosten-Rechner rechnet sie mit ein, am Abstand zwischen Modul 1 und Modul 2 ändert das nichts. Annahme: Die Wärmepumpe verbraucht 5.000 kWh im Jahr. Das ist eine Beispielzahl, keine Aussage über Ihr Haus.

  • Ohne Modul: 5.000 kWh × 7,51 ct = 375,50 €
  • Modul 1: 375,50 € − 136,31 € = 239,19 €
  • Modul 2: 5.000 kWh × 3,00 ct = 150,00 €

Modul 2 spart hier also gut 89 € mehr als Modul 1. Aber: Für den zweiten Zähler zahlen Sie zusätzlich ein Messentgelt, und viele Lieferanten berechnen für den Wärmepumpenzähler einen eigenen Grundpreis. Diese Kosten müssen Sie von der Ersparnis abziehen.

Faustregel aus den Zahlen: Modul 2 bringt beim Netzentgelt pro Kilowattstunde 4,51 ct weniger. Ab etwa 3.000 kWh Wärmepumpenstrom im Jahr (136,31 € ÷ 4,51 ct) ist der Vorteil größer als der feste Rabatt von Modul 1. Ob es sich insgesamt rechnet, hängt dann von den Zählerkosten und Ihrem Tarif ab.

Ausblick 2027: vorläufige Preise

MITNETZ hat schon ein vorläufiges Preisblatt für 2027[24] veröffentlicht (Stand 06.10.2026). Die Werte können sich bis Januar noch ändern. Brutto laut Preisblatt:

2026 2027 (vorläufig)
Normales Netzentgelt: Arbeitspreis 7,51 ct/kWh 6,75 ct/kWh
Modul 1: Rabatt pro Jahr 136,31 € 130,60 €
Modul 2: Arbeitspreis 3,00 ct/kWh 2,70 ct/kWh
Modul 3 Niedrig / Hoch 0,82 / 15,02 ct/kWh 0,74 / 13,49 ct/kWh

Die Zeiten für Modul 3 bleiben im vorläufigen Preisblatt gleich. Mit den vorläufigen Werten läge die Schwelle, ab der Modul 2 beim Netzentgelt mehr bringt, bei etwa 3.200 kWh (unsere Rechnung: 130,60 € ÷ 4,05 ct).

Für wen passt was?

  • Kleines oder gut gedämmtes Haus, wenig Verbrauch: eher Modul 1. Kein Umbau am Zählerschrank nötig.
  • Großer Altbau mit hohem Verbrauch: Modul 2 prüfen. In Herzberg sind viele Wohnhäuser alt – rund 71 % wurden vor 1979 gebaut.[1] Dort ist der Wärmepumpenstrom oft höher.
  • Pufferspeicher und Lust, Zeiten zu nutzen: Modul 3 kann sich zusätzlich lohnen, wenn die Wärmepumpe im Winter abends und nachts läuft. Ihr Stromlieferant muss die zeitabhängigen Preise aber in seinem Tarif weitergeben.

Praxistipps

  • Fragen Sie Ihren Elektriker vor der Anmeldung, ob im Zählerschrank Platz für einen zweiten Zähler ist.
  • Rechnen Sie mit Ihrem geschätzten Wärmepumpenverbrauch, zum Beispiel aus dem Angebot. Mit diesem Wert vergleicht unser Stromkosten-Rechner das Netzentgelt der Module.
  • Ein Wechsel ist möglich: Laut MITNETZ wechseln Sie über das Portal „Wechselmitteilung § 14a EnWG“.[7]

Wie § 14a bundesweit funktioniert, steht im Leitfaden-Kapitel zum Wärmepumpenstrom.

Wichtig beim Tarifvergleich: Achten Sie darauf, ob der Lieferant die Modul-Gutschrift oder den Modul-2-Preis wirklich an Sie weitergibt.

Häufige Fragen

Was passiert, wenn ich kein Modul wähle?

Dann rechnet MITNETZ automatisch nach Modul 1 ab.[5]

Gilt Modul 2 auch für meinen Haushaltsstrom?

Nein. Der günstige Preis gilt nur für den Strom über den separaten Wärmepumpenzähler.[5]

Ich habe meine Wärmepumpe 2022 eingebaut. Was gilt für mich?

Für ältere Anlagen mit Sondervereinbarung gilt im MITNETZ-Netz 2026 ein Arbeitspreis von 1,63 ct netto (1,94 ct brutto).[5] Diese Regel läuft längstens bis Ende 2028.[7]

Was gilt in Finsterwalde?

Dort sind die Stadtwerke Finsterwalde Netzbetreiber, mit eigenen Preisen. Siehe Finsterwalde.