Wärmepumpe im Altbau in Herzberg (Elster)
Kurz gesagt: Ein altes Haus schließt eine Wärmepumpe nicht aus. Viele Häuser in Herzberg (Elster) sind besser als ihr Baujahr vermuten lässt. Entscheidend ist, welche Vorlauftemperatur Ihr Haus an kalten Tagen braucht – das lässt sich mit einfachen Tests und einer Heizlastberechnung klären.
Stand: · Alle Angaben mit Quellen

Wie alt sind die Häuser in Herzberg?
Der Wärmeplan hat alle 2.878 Wohngebäude der Stadt ausgewertet:[1]
- Rund 71 % wurden vor 1979 gebaut, fast die Hälfte sogar vor 1949.
- 63 % sind Ein- und Zweifamilienhäuser.
- 42,6 % fallen in die Effizienzklassen F, G oder H und haben damit großen Sanierungsbedarf.
Der Plan stellt aber auch fest: Die meisten Gebäude liegen in den Klassen D, E und F. Das Bild ist also besser, als die Baujahre vermuten lassen. Ein Grund könnte sein, dass viele Häuser im historischen Stadtkern schon teilweise saniert wurden.[1]
Altstadt, Ortsteile, Plattenbau: die Unterschiede
- Altstadt: Sie ist als Flächendenkmal geschützt. Dämmung und erneuerbare Energien sind dort nur eingeschränkt möglich.[1] Auch Lärmschutz und Platz für das Außengerät können schwierig sein. Der Plan sieht für die Altstadt eher ein Wärmenetz.[1]
- Ortsteile: Auch hier sind die Häuser überwiegend alt. Denkmalgeschützt sind aber nur einzelne Gebäude, deshalb gibt es mehr Spielraum für Sanierung.[1] Für die Ortsteile sieht der Plan eine eigene Heizung im Haus vor.[1]
- Größere Mehrfamilienhäuser: Hier sind Wärmepumpen laut Plan oft herausfordernd.[1] Mehr dazu auf Fernwärme oder Wärmepumpe?.
So prüfen Sie Ihr Haus in vier Schritten
- Verbrauch notieren: Liter Öl oder kWh Gas der letzten drei Jahre. Daraus lässt sich die Heizlast grob abschätzen.
- Vorlauf-Test im Winter: Stellen Sie an einem kalten Tag die Vorlauftemperatur der alten Heizung schrittweise niedriger. Wird es in allen Räumen noch warm, ist das ein gutes Zeichen.
- Schwache Räume finden: Welche Heizkörper werden zuerst nicht mehr warm? Oft reicht es, dort einen größeren Heizkörper einzubauen.
- Heizlast berechnen lassen: Ein Fachbetrieb oder Energieberater rechnet raumweise. Für Herzberg nennen heiznorm.de und die Klimakarte des Bundesverbands Wärmepumpe eine Normaußentemperatur von −13,5 °C.[14][15] Siehe Heizlast und Normaußentemperatur.
Wie Heizkörper und Fußbodenheizung mit der Wärmepumpe zusammenspielen, erklärt der Leitfaden zu Heizkörpern und Fußbodenheizung. Den allgemeinen Altbau-Check finden Sie im Leitfaden zum Altbau.
Erst sanieren oder erst die Wärmepumpe?
Beides geht. Wenn ohnehin Dach oder Fenster anstehen, lohnt es sich, das zusammen zu planen. Der Wärmeplan rechnet vor, wie viel Sanierung bringt: Bei 1 % sanierten Gebäuden pro Jahr sinkt der Wärmebedarf der Wohnhäuser bis 2045 um 8,3 %, bei 5 % pro Jahr um 33,9 %.[1]
Für eine größere Modernisierung gibt es in Brandenburg ein zinsfreies ILB-Darlehen mit Zuschuss, wenn das Haus vor Oktober 2009 gebaut wurde.[9] Siehe Förderung in Brandenburg.
Ein unabhängiger Energieberater kann vor Ort sagen, welche Maßnahme bei Ihrem Haus zuerst Sinn ergibt. Die Verbraucherzentrale Brandenburg bietet dafür auch Beratungen zu Hause an.[12]
Häufige Fragen
Mein Haus ist von 1930. Geht da eine Wärmepumpe?
Das Baujahr allein entscheidet nicht. Wichtig sind Heizlast und nötige Vorlauftemperatur. Lassen Sie das prüfen.
Ich wohne in der Altstadt. Was ist zu beachten?
Die Altstadt ist ein Flächendenkmal.[1] Klären Sie Aufstellort und Optik des Außengeräts vor dem Auftrag mit der Denkmalbehörde.
Brauche ich eine Fußbodenheizung?
Nein, oft reichen passende Heizkörper. Das zeigt die raumweise Heizlastberechnung.