Wärmepumpe Herzberg & Elbe-Elster

Fernwärme oder Wärmepumpe in Herzberg (Elster)?

Kurz gesagt: Außerhalb der sieben Fokusgebiete ist Fernwärme in Herzberg (Elster) keine realistische Option – planen Sie dort eine eigene Heizung, meist eine Wärmepumpe. Innerhalb der Fokusgebiete lohnt es sich, bei der Stadt und bei envia THERM nachzufragen, bevor Sie sich festlegen.

Stand: · Alle Angaben mit Quellen

Baugraben mit Rohren für ein Wärmenetz neben einem Haus mit Wärmepumpe in einer Kleinstadtstraße
Symbolbild (KI-generiert)

Das Fernwärmenetz heute

Herzberg hat bereits ein Fernwärmenetz in einem Teil der Kernstadt. So beschreibt es der Wärmeplan:[1]

  • Betreiber: envia THERM GmbH
  • Länge: rund 5 km
  • Angeschlossen: 42 Gebäude, darunter mehrere Wohnblöcke
  • Verbrauch 2023: 7.347 MWh
  • Wärmequelle: vier Erdgas-Kessel und ein Blockheizkraftwerk mit Erdgas; bis Ende 2023 kam anteilig Biomethan dazu

Damit hängen nur 1,1 % der Gebäude an einem Wärmenetz.[1]

Wo kommt ein Ausbau infrage?

Der Wärmeplan nennt sieben Fokusgebiete in der Kernstadt.[1] Die Übersicht mit Zeitplan steht auf Wärmeplan Herzberg. Für Zentrum-Nord und die Altstadt empfiehlt der Plan Machbarkeitsstudien zusammen mit envia THERM.[1] Über die Nutzung von Abwärme des Krematoriums im Gewerbepark „An den Steinenden“ laufen laut Plan Gespräche mit envia THERM.[1]

Wichtig: Das alles ist Planung. Ein Ausbau ist noch nicht beschlossen. Für die Altstadt gibt es laut Plan noch keine konkreten Ausbaupläne.[1]

Welche Regeln gelten für Wärmenetze?

  • Neu gebaute Wärmenetze müssen seit 1. März 2025 zu 65 % aus erneuerbaren Energien oder Abwärme gespeist werden.[2]
  • Bestehende Netze müssen ab 2030 zu 30 % und 2040 zu 80 % aus solchen Quellen versorgt werden.[2]
  • Eine Pflicht zum Anschluss entsteht nicht aus dem Wärmeplan. Die Stadt könnte sie nur später über eine eigene Satzung einführen.[2]

Entscheidungshilfe für Ihr Haus

Ihre Lage Unsere Einschätzung
Ortsteil oder Kernstadt außerhalb der Fokusgebiete Fernwärme ist nicht geplant. Eigene Heizung planen, meist Wärmepumpe.
Fokusgebiet, Heizung läuft noch gut Bei Stadt und envia THERM nachfragen, Entwicklung abwarten, parallel Wärmepumpe prüfen.
Fokusgebiet, Heizung ist alt oder kaputt Auf ein Netz, das noch nicht beschlossen ist, sollten Sie nicht warten. Wärmepumpe ernsthaft prüfen.
Altstadt (Denkmal, enge Bebauung) Der Plan sieht hier oft das Wärmenetz als praktikabelste Lösung. Wärmepumpe nur nach Prüfung von Platz, Lärm und Denkmalschutz.[1]
Mehrfamilienhaus Laut Plan sind Wärmepumpen in größeren Mehrfamilienhäusern oft herausfordernd.[1] Netzanschluss früh anfragen.

Ob Ihr Haus in einem Fokusgebiet liegt, sehen Sie in der interaktiven Karte des Wärmeplans.[3]

Was Sie die Anbieter fragen sollten

  • Liegt mein Grundstück an einer geplanten Trasse? Bis wann?
  • Was kostet der Hausanschluss, und wie setzt sich der Wärmepreis zusammen?
  • Wie lang ist die Vertragslaufzeit?
  • Mit welchen Wärmequellen wird das Netz bis 2030 und 2040 betrieben?

Für die Wärmepumpe als Alternative: Wie Sie die Eignung Ihres Hauses prüfen, steht auf Altbau in Herzberg. Die technischen Grundlagen erklärt der Leitfaden zu den Wärmepumpen-Arten.

Eine neutrale Beratung zur Frage „Netz oder eigene Heizung“ bietet die Verbraucherzentrale Brandenburg kostenlos an.[12]

Häufige Fragen

Wird das Fernwärmenetz in Herzberg ausgebaut?

Der Wärmeplan empfiehlt, einen Ausbau zu prüfen, vor allem in Zentrum-Nord. Beschlossen ist noch nichts.[1]

Muss ich mich anschließen, wenn das Netz in meine Straße kommt?

Nicht wegen des Wärmeplans. Eine Anschlusspflicht wäre eine eigene Satzung der Stadt.[2]

Ist Fernwärme in Herzberg klimafreundlich?

Heute wird das Netz vor allem mit Erdgas betrieben.[1] Bestehende Netze müssen bis 2030 zu 30 % und bis 2040 zu 80 % aus erneuerbaren Quellen oder Abwärme versorgt werden.[2]